Wissenswertes über Leder
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Nappaleder, naturbelassen (Anilinleder) | |
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Anilinleder sind mit Anilinfarbstoffen im Bad durchgefärbte Leder. Es handelt sich um offenporige Glattleder ohne Pigmentschicht (Farbschicht) auf der Oberseite, die noch die natürliche Beschaffenheit des Hautmaterials erkennen lassen und in der Regel als sehr teure und wertvolle Leder gelten. Für Anilinleder kommen nur absolut makellose Häute in Frage, da die Oberflächenstruktur des Leders komplett sichtbar bleibt. Nicht in Frage kommen Leder mit Gabelstichen, Zeckenbissen, Dornenrissen oder Hornstößen, die in den Hauptflächen der Lederhaut störend hervortreten. Ein auf der Oberfläche verriebener Wassertropfen dringt in das Glattleder ein und dunkelt den feuchten Bereich, da die Poren des Leders nicht versiegelt sind. Anilinleder sind daher sehr anfällig gegen Anschmutzungen und Fetteinschlag, ebenso wie gegen Ausbleichungen durch Sonnenlicht. In der Hand fühlen sich Anilinleder wachsig an und sind von der Optik her matt. Versuche, die Bezeichnung "Anilinleder" durch "naturbelassenes Leder" zu ersetzen, um eine Verwechslung mit dem Blutgift Anilin zu vermeiden, haben sich wegen der festen Etablierung im Volksmund nicht durchsetzen können. Somit ist der Begriff Anilin oder Anilinleder der richtige Fachbegriff zur Beschreibung dieser Lederart. Produkte: |
Nappaleder, naturbelassen mit zusätzlicher Imprägnierung | |
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Nappaleder ist die Allgemeinbezeichnung für Leder aus Häuten verschiedener Tiere, das mit der Haarseite nach außen, also narbenseitig verarbeitet wird (Anilinleder, Semianilinleder, gedecktes Leder). Es ist ein weiches, chromgegerbtes, vollnarbiges Glattleder. Nappaleder war ursprünglich nur die Bezeichnung für Handschuh- und Bekleidungsleder, benannt nach dem Napa Valley in den USA. Dieses Leder war für seine besondere Weichheit bekannt. Heute ist Nappaleder jedoch ein Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder aller Tierarten und Verwendungszwecke. Viele Hersteller verwenden den Begriff "Nappa" um eine besonders gute Qualität oder eine besondere Weichheit zu suggerieren. Da die Bezeichnung aber nicht klar definiert ist, kann man sich daher nicht darauf verlassen, dass ein Leder mit dieser Bezeichnung tatsächlich von besonderer Qualität ist oder dass es sich um ein weiches Leder handelt. Z. B. werden auch narbenkorrigierte Leder oder geprägte Leder unter der Bezeichnung "geprägtes Nappa" verkauft. Das ist ein Widerspruch in sich. Entweder ist ein Leder vollnarbig oder narbenkorrigiert. Beides gleichzeitig ist technisch nicht möglich. Dazu steht "Nappa" für ein besonders weiches Leder. Aber es werden sogar Krokotaschen aus geprägtem Rindsleder, Gürtel oder Schuhe als "geprägtes Nappa" verkauft. Aber gerade Gürtel oder Krokoleder stehen eher für festere Leder. Das deutet dann aber nicht unbedingt auf eine schlechte Qualität hin, sondern erst mal nur auf eine falsche Deklaration des Materials. Produkte: |
Nappaleder, leicht pigmentiert (Seminanilinleder) | |
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Semianilinleder sind Leder, welche nur eine leichte Pigmentierung (Farbschicht) erhalten. Beim Semianilinleder darf das natürliche Narbenbild durch die Pigmentierung nicht verdeckt, sondern nur leicht geschützt sein. Im Gegensatz zum Anilinleder, das ganz offenporig und sehr empfindlich ist, haben diese Leder einen besseren Schutz. Der Schutz ist aber längst nicht so stark wie bei pigmentierten Glattledern, wo die Pigmentschicht für einen starken Schutz sorgt. Der Gerber möchte durch die leichte Pigmentierung ein Leder mit einem warmen, weichen Griff erhalten, das zumindest einen leichten Schutz aufweist. Anilinleder haben wegen ihrer Offenporigkeit den schönsten Griff. Solche Leder fühlen sich am weichsten an. Ein ideales Leder wäre daher offenporig, aber unempfindlich wie ein pigmentiertes Glattleder. Das ist aber technisch nicht möglich. Selbst die beste Imprägnierung bietet langfristig nur bedingt ausreichend Schutz. Daher steuert der Gerber über die Pigmentschicht die Empfindlichkeit gegen Ausbleichen, Verschleiß und die Fleckenempfindlichkeit. Da Fahrzeugleder besonders stark strapaziert werden, sind sie zumeist stark pigmentiert. Semianilinleder tauchen zumeist bei Möbeln, Jacken und Taschen auf und nur sehr selten bei Fahrzeugledern. Da Semianilinleder qualitativ über pigmentierten Ledern stehen, werden im Möbelbereich Leder häufig als Semianilinleder bezeichnet, obwohl sie eher ein pigmentiertes Leder sind. Damit soll eine bessere Qualität suggeriert werden. Leider gibt es keine festen Grenzwerte, so dass die Bezeichnung immer kritisch begutachtet werden sollte. Fühlt sich ein Leder eher kalt oder beschichtet an, ist der Begriff "Semianilinleder" nicht die richtige Beschreibung dieser Lederart. Produkte: |
Nappaleder, pigmentiert mit stärkerer Zurichtung | |
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Um Leder strapazierfähiger und vor allen Dingen fleckenunempfindlich und dauerhaft wasserabweisend zu machen, wird auf mit Anilinfarben schon vorgefärbte Glattleder noch eine auf Pigmente und Bindemittel basierende deckende Farbschicht aufgetragen. Diese Farbschicht nennt man auch Kopffärbung, Zurichtung oder Pigmentierung. Glatte Motorradleder, aber auch viele Freizeitjacken, Schuhe, Auto-, Möbelleder und Taschen aus Glattleder haben diese zusätzliche Farbschicht. Auf diese Farbschicht wird dann noch der Top Coat, eine Art Klarlack, aufgetragen. Der Top Coat schützt die Bindemittelfarbe vor Abrieb und Abfärbung und bestimmt den Glanzgrad und den Griff. Vernetzer sorgen als Additive für verbesserte Echtheiten. Produkte: |
Rauh- oder Nubukleder | |
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Rauleder ist der Oberbegriff für alle velourigen Oberflächen im Lederbereich. Es sind in der Oberfläche geschliffene Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche. Die Vorteile sind ein angenehm warmer Griff und eine schöne Struktur. Narbenseitig geschliffenes Rauleder wird als Nubuk bezeichnet, Rauleder aus dem Fleischspalt nennt sich Veloursleder. Auch die nach außen verarbeitete, unbeschichtete Rückseite eines Glattleders, Lammfells oder Kuhfells wird als Veloursleder bezeichnet. "Rauleder" wurde bis vor der Rechtschreibreform mit "h" geschrieben, also "Rauhleder". Daher taucht diese Schreibweise noch häufig auf. |
Kunstleder | |
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Kunstleder gibt es schon seit vielen Jahrzehnten. Da Leder ein teures Material ist und durch die Narben und Schäden auf Leder und die unregelmäßige Außenkontur einer Lederhaut die Verschnittkosten sehr hoch sind, wurde schon immer versucht, eine Lederoberfläche durch ein Substitutionsmaterial darzustellen. Kunstleder werden in fast allen Bereichen, wo auch Leder eingesetzt wird, verarbeitet: bei Schuhen, Bekleidung, Möbeln oder Fahrzeugleder. Optisch ist es den Herstellern sehr gut gelungen, eine Lederoberfläche zu imitieren. Die technischen Eigenschaften von Leder (Atmungsaktivität, Wasserdampfdurchlässigkeit etc.) werden von Kunstleder aber nicht annähernd erreicht. Daher ist Kunstleder bisher immer nur die preiswerte Alternative zu Echtleder. Kunstleder wird auch "Skai", "Vinyl", "Pelliccia artificiale" oder "Piel artificial" genannt. Meist tauchen aber Kennzeichnungen wie "Polyamid" oder "Polyester" und ähnliches auf. Kunstfelle werden auch als "Artificial fur" oder "Fourrure artificielle" gekennzeichnet. Die Unterscheidung zu echtem Leder ist nicht immer einfach. Merkmal von Kunstleder ist in der Regel eine textile Rückseite, die mit dem Kunststoff beschichtet ist. Das Narbenbild ist bei echtem Leder unregelmäßiger, da Kunstleder maschinell geprägt werden muss, wodurch sich eine gleichförmigere Oberfläche ergibt. Zudem schmilzt Kunstleder bei großer Hitze, während Leder nur glimmt und auch einen anderen, weniger "chemischen" Geruch aufweist. Es gibt aber auch Kunstleder, wo selbst die Rückseite wie ein Echtleder aussieht und selbst Experten das Material nicht auf den ersten Blick als Kunstleder identifizieren. Für den Endverbraucher ist es daher um so schwieriger, Leder und Kunstleder zu unterscheiden. In der Regel kann man sich auf die Kennzeichnung der Hersteller verlassen. Bei Online-Auktionen, auf Messen oder bei Einkäufen im Ausland muss man aber vorsichtig sein. Hier kann es schnell zu falschen Kennzeichnungen kommen. Grundsätzlich muss bei Kunstleder eindeutig für den Laien erkennbar darauf hingewiesen werden, dass es sich nicht um echtes Leder handelt. Wenn dies nicht erfolgt, kann die Ware reklamiert werden. Produkte: |

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